Gemeindemerkmale

Bevollmächtigte Leitung

Die Leiter der Paulusgemeinde sehen eine ihrer Hauptaufgaben darin, andere Gemeindeglieder zur selbständigen und vollmächtigen Mitarbeit anzuleiten und zu ermutigen. Dies geschieht, indem nicht eine Form von Machtkonzentration verfolgt, sondern die Prinzipien der Delegation, Multiplikation und Motivation angewandt und für die Arbeit der Gemeindeleitung fruchtbar gemacht werden.

Jeder Christ soll Schritt für Schritt dahin geführt werden, im Einklang mit seiner Begabung seinen Platz und seine Aufgabe in der Gemeinde zu finden. Dabei wird er von anderen Mitarbeitern unterstützt und begleitet.

Gabenorientierte Mitarbeiterschaft

Seinem souveränen Willen gemäß hat Gott unter den Christen einer Gemeinde verschiedene Gaben ausgeteilt. Die Arbeit unserer Gemeinde ruht daher nicht ausschließlich auf den Schultern der Leiter, sondern wird von allen Gemeindegliedern entscheidend mitgetragen. Dazu hat jeder bestimmte geistliche und natürliche Fähigkeiten erhalten, die wir zum Aufbau der Gemeinde einsetzen wollen.

Wenn Aufgaben in der Gemeinde wahrgenommen werden, ist es wichtig, dass sie den Begabungen, der Persönlichkeit, Reife, individuellen Lebenssituation und Belastbarkeit des jeweiligen Mitarbeiters entsprechen.

Leidenschaftliche Spiritualität

Das aufmerksame Studium der Schriften des Neuen Testamentes, vor allem der Apostelgeschichte, hat uns zu der Überzeugung geführt, dass persönlicher Glaube an Jesus Christus für gewöhnlich eine eminent dynamische und leidenschaftliche Dimension besitzt.

Die Apostelgeschichte illustriert dieses Merkmal am Leben der ersten Gemeinden. Wenn Jesus als seinen persönlichen Auftrag und einen seiner größten Wünsche die Leidenschaft formuliert, ein Feuer anzuzünden auf Erden, dann ist damit durch ihn selber ausgesprochen, dass die Begegnung mit dem lebendigen Gott im Leben des einzelnen Gläubigen ebenfalls ein Feuer entfacht, das nichts unverändert lassen wird.

Wir wollen unseren Glauben daher mit echter Hingabe und ansteckender Begeisterung zum Ausdruck bringen. Geistliche Leidenschaft aber kann nur aus dem Geist geboren und empfangen werden und wird unter uns je nach individuellem Temperament sehr unterschiedlich zum Ausdruck gebracht.

Zweckmäßige Strukturen

Formen und Strukturen der Gemeindearbeit wollen dem Zweck der Gemeinde dienen und werden deshalb regelmäßig daraufhin überprüft. Was den Anforderungen der Zweckmäßigkeit nicht gerecht wird, wird verändert oder aufgegeben.

Fortlaufende Überprüfung und Erneuerung der Lebensformen soll daher vor allem dem geistlichen Leben unter uns dienen und auf diese Weise einer möglichen Erstarrung entgegenarbeiten.

Inspirierender Gottesdienst

Unsere Gottesdienste wollen mehr als gute Gewohnheit und geistliche Pflichtübung sein. Daher lautet eine der entscheidenden Fragen an unseren gemeinsamen Gottesdienst, der wir uns immer wieder aufrichtig stellen wollen:

  • Ist der Besuch des Gottesdienstes eine inspirierende (= geistvermittelnde) Erfahrung?
  • Kommt der Geist Gottes in seiner überführenden und tröstenden, aufrichtenden, erneuernden und belebenden Macht durch die Form unserer Anbetung und Gebete, die Inhalte der Verkündigung und Ermahnung sowie durch die Gestalt unserer Gottesdienste zu Seinem Recht an uns?

Soweit wir können, wollen wir ausräumen, was das Wirken des Geistes Gottes unter uns dämpft und seiner befreienden Freude viel Raum geben. Unsere Gottesdienste dürfen im guten und biblischen Sinne Spaß machen.

Ganzheitliche Kleingruppen

Für die Vertiefung der persönlichen Beziehung zu Gott ist nicht nur der regelmäßige Gottesdienstbesuch wesentlich. Empfehlenswert ist daher der Anschluss an eine Kleingruppe. Hier bietet sich ein persönliches Forum, wo man intensiveren geistlichen Austausch finden, andere Christen näher kennenlernen, voneinander profitieren und füreinander beten kann.

Biblische Impulse werden mit alltäglichen Fragen der Teilnehmer zusammengebracht. Unterschiedliche Arten von Kleingruppen sollen dazu beitragen, dass den jeweiligen Bedürfnissen der Teilnehmer Rechnung getragen wird.

Bedürfnisorientierte Evangelisation

Damit Menschen sich ein umfassendes Bild vom christlichen Glauben machen können, benötigen sie genügend Zeit, sich aus sicherer Entfernung darüber zu informieren. In diesem Entdeckungsprozess möchten wir niemanden bedrängen, sondern jeden sein eigenes Tempo dafür bestimmen lassen. Dabei soll nicht das Gefühl entstehen, sich von vornherein zu etwas verpflichten zu müssen.

Dem Auftrag unseres Herrn entsprechend wollen wir unseren persönlichen Glauben an Jesus Christus auf eine liebevolle und natürliche Weise mitteilen und dabei den Bedürfnissen und Fragen der Menschen gerecht werden, die dem christlichen Glauben noch fern stehen. Dies geschieht im Rahmen freundschaftlicher Beziehungen, missionarischer Hauskreise, evangelistischer Gottesdienste, thematischer Vorträge, offener Filmabende sowie vieler anderer Veranstaltungen für Interessierte, soweit unsere Kreativität und Phantasie reichen.

Sowohl das Programm, wie auch die Sprache, Musik und Gestaltung sollen dabei auf das kulturelle Empfinden und den Geschmack der Besucher abgestimmt sein.

Liebevolle Beziehungen

Gemeinde ist nicht die Summe aller Veranstaltungen, sondern setzt sich zusammen aus den einzelnen Personen, die Jesus Christus vertrauen. Als Christen sind wir durch den Geist Gottes miteinander verbunden, was sich in gegenseitigem Anteilnehmen und -geben und in hoher, liebevoller Wertschätzung füreinander äußern sollte.

Die Gemeinde soll ein Ort sein, wo sich unterschiedlichste Menschen (z.B. Singles, Alleinerziehende, Ehepaare, Familien mit Kindern, Menschen aus sogenannten Randgruppen) wirklich zuhause fühlen können. Jede Person soll spüren, dass sie von Bedeutung ist und eine Atmosphäre der Liebe und des Angenommenseins vorfinden können.

Die Qualität liebevoller Beziehungen kann sich u.a. darin spiegeln, in welchem Maße Aufmerksamkeit und gegenseitige Anteilnahme vorherrschen, wie viel Zeit die Gemeindeglieder außerhalb gemeindlicher Veranstaltungen miteinander verbringen oder auch darin, wie viel miteinander gelacht wird.

In einer wachsenden Gemeinde kann natürlich nicht jeder zu jedem eine gleichermaßen tiefe Beziehung aufbauen. Wir unterstützen daher die Entwicklung kleiner Beziehungsnetze, die miteinander verknüpft sind und zusammen ein großes Ganzes ergeben, sodass weder der einzelne noch die Gesamtheit der Gemeinde aus dem Blickfeld geraten.

Originalität und Kreativität

In unserer Gemeinde soll sich jeder so entwickeln können, dass Originalität und Kreativität gefördert und Uniformität vermieden wird, was sich auch in den Programmen und Aktivitäten der Gemeinde widerspiegeln soll. Solange es in Übereinstimmung mit der Schrift geschieht und andere nicht einengt oder behindert, ist jeder frei, eigene Ausdrucksweisen von Glauben und Leben zu praktizieren.

Solche Ausdrucksmittel unseres Glaubens sind unter anderem sowohl das Feiern von Festen als auch Zeiten der Stille und der Besinnung.

Einheit in Vielfalt

Menschen haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen. Dem möchten wir durch gezielte Angebote gerecht werden. Diese beinhalten z.B. Lebens- und Arbeitsformen für unterschiedliche Altersgruppen, individuelle Hauskreisformen und Gebetsveranstaltungen, spezielle Schulungen für Mitarbeiter und geistliche Aufbaukurse sowie verschiedene Angebote für Menschen, die sich über den christlichen Glauben lediglich informieren möchten.

Durch diese maßgeschneiderten Angebote vermeiden wir den manchmal schädlichen Kompromiss, durch zu allgemein gehaltene Veranstaltungen allen Erwartungen entsprechen zu wollen und doch im Endeffekt keinem richtig gedient zu haben.

Alltagsbedeutung

Glaube und Alltag gehören untrennbar zusammen. Der Glaube, wie ihn die Bibel beschreibt, bietet sinnvolle Prinzipien, aus denen sich konkrete Folgerungen für alle wichtigen Lebensbereiche des Alltags ziehen lassen.

Deshalb legen wir großen Wert darauf, dass der Glaube weder im persönlichen Leben noch in den Gemeindeaktivitäten weltfremd erscheint, sondern seine volle und aktuelle Bedeutung für die heutige Zeit deutlich sichtbar wird.

Es geht uns hierbei auch um die Anwendung von zeitgemäßen Mitteln und Methoden, ohne inhaltliche Kompromisse einzugehen.

Qualität

In unserer Gemeinde soll sich jeder so entwickeln können, dass Originalität und Kreativität gefördert und Uniformität vermieden wird, was sich auch in den Programmen und Aktivitäten der Gemeinde widerspiegeln soll. Solange es in Übereinstimmung mit der Schrift geschieht und andere nicht einengt oder behindert, ist jeder frei, eigene Ausdrucksweisen von Glauben und Leben zu praktizieren.

Solche Ausdrucksmittel unseres Glaubens sind unter anderem sowohl das Feiern von Festen als auch Zeiten der Stille und der Besinnung.

[1] Die Bezeichnungen und Grundgedanken der Punkte 1 bis 8 sind Veröffentlichungen von C.A. Schwarz entnommen: Die natürliche Gemeindeentwicklung, Emmelsbüll 1996; Das 1x1 der Gemeindeentwicklung, Emmelsbüll, 1997.